Trainings Camp in Cesenatico, Italien / 40th Nove Colli

Newsletter erstellt am: 02. Juni 2010

Nach dem Nationalen Rundstreckenrennen in Schattdorf (16.05) machte sich das Steiner Cycling Team auf zum Trainingslager ins Rennrad Eldorado, Cesenatico, IT. Nach einem bislang rekordverdächtig, nassen Mai in der Schweiz hofften wir auf bessere Trainingskonditionen an der Adria Küste.

Bella Italia

Bevor ins mediterrane Italien geflüchtet werden konnte, nahmen drei Fahrer des 'STCT' am Nationalen 'GP Schattdorf' teil. Das Rennen war hektisch. Die zusätzlich feucht, glitschigen Strassen machten es nicht leichter den kurvenreichen Parcours zu bewältigen. Es bildete sich früh eine Fünferspitzengruppe, welche erst kurz vor dem Ziel, in einem unübersichtlichen Finale, noch von einigen Fahrern des Hauptfeldes gestellt wurde. Mit dem 18 Schlussrang klassierte sich Yves Covi als bestplatzierter seines Teams. Alain Covi belegte im Hauptfeld den guten 41. Rang in seinem zweiten Amateurrennen. Mike Messmer schied mit Defekt aus.

 

Nun aber ging es endlich nach 'bella Italia'. Wir wollten uns bei guten Bedinungen für die weiteren Saisonziele und das am Sonntag stattfindende Volksrennen 'Nove Colli' vorbereiten. Unsere Hoffnung auf warmes sonniges Wetter wurde bereits nach der Durchfahrt des Gotthards erfüllt. Kaum in Catteo Mare angekommen bezogen wir unsere Hotelzimmer und machten unsere Rennräder bereit für erste Erkundungen der Emiglia Romana. Es stellte sich schnell heraus, dass Cesenatco eine Hochburg für Veloenthusiasten ist. Überall traff man auf Radsportler. Unser Hotel 'Stella Mares' war ein Volltreffer. Wir traffen auf einen sehr guten und herzlich geführten Familienbetrieb, der uns optimale Voraussetzungen bot für eine effiziente und angenehme Trainingswoche. Vom Steiner Cycling Team nahmen teil: Bojan Mamula, Dominik Müller, Mike Messmer, Sascha Ritschard, Alain und Yves Covi, Josi Kiafis, Stefan Maag sowie die Gäste Ivo Vogt, Matthias Gander und Irina Mamula.

Gorolo, Monte Tiffi, Perticara, Monte Pugliano und Passo delle Siepi.

Am Montag nach der Ankunft unternahmen wir eine kurze Tour um erste Eindrücke der schönen Region rund um Cesenatico zu erhalten. Am Dienstag stand bereits die 'Königsetappe' auf der Agenda. Mike, unser Tourenführer plante eine Route mit sieben Anstiegen, worunter fünf Hügel zum sonntäglichen Rennen 'Nove Colle' gehörten. Nach 155km und 2500Hm kamen wir am Nachmittag müde ins Hotel zurück, wo uns der Küchenchef gleich mit Pasta empfang. Und das um 16:00! Danach stand Entspannung am Strand auf dem Programm, bevor wir uns wieder auf das grossartige Abendbuffet im Hotel freuen durften. Unser Programm nach dem Abendessen gestaltalte sich immer sehr gemütlich und individuell. Flanieren an der Promenade oder dem Hafen in Cesenatico, Gelati essen oder Anstossen bei einem Glas Rotwein. An diesem Tag erklommen wir die Anstiege Gorolo, Monte Tiffi, Perticara, Monte Pugliano und den Passo delle Siepi.

Am Mittwoch entschieden wir uns, aufgrund der unsicheren Wetterlage, das hügelige Hinterland der Emiglia Romana zu meiden und fuhren entlang der Küste nach Ravenna. Nach einem ausführlichen Caféstop und einigen Schokoladenbrioches fuhren wir in einer Art Mannschaftszeitfahren zurück nach Cesenatico. Heute 100km. Am Donnerstag stiessen zwei weitere Mitglieder des 'STCT' zu uns. Zusammen mit Josi (Kiafis) und Stefan (Maag) begaben wir uns Richtung Cesena und Forlimpoboli. Nach 30km flachem Terrain stand uns der erste 'Colli' im Weg. Mit einem gefühlten 30er Schnitt flogen wir die 'Polenta' hoch. Danach fuhren wir etwas gemütlicher durch die wunderschöne wilde Hügellandschaft, auf teilweise etwas rauhen Strassen. Nach dem zweiten Colli 'Pieve die Rivoschio' gab es den verdienten Capuccinostop. Danach auf den 'Ciola'. Jetzt fehlte uns nur noch ein Hügel der 'Nove Colli' (Neun Hügel), den wir noch nicht bewäligt haben. Durch die Täler zurück zur Küste lieferten wir uns ein finales Rennen. Bei sommerlichen Temperaturen genossen wir unser teaminternes Race zurück zum Hotel :-)

Besuch am Giro d'Italia

Am Freitag war unser Tagesziel der Anstieg zum 'Barbotto'. Dort kämpften sich an diesem Tage die Fahrer des Giro d'Italia hinauf. Von dort mussten sie noch ca. 40km bis zum Ziel in Cesenatico bewältigen. Selbstverständlich wurde mit dem Etappenankunftsort Cesenatico, der Heimat des verstorbenen Marco Pantani, der Legende gedacht und gewidmet. Der Giro war überall zu spüren. Nach ca. 50km gemütlicher Fahrt waren wir am Anstieg des 'Barbotto'. Diesen Anstieg hatten wir am sonntäglichen Rennen, auch zu bewältigen und würde sicher für viele Fahrer zum ersten richtigen Knackpunkt werden. Mit einer Durchschnittssteigung von 18% auf dem letzten Kilometer waren auch die Profis am Giro gefordert. Am Berg hielten sich Tausende von Fans auf und boten ein Riesenspektakel. Nach der Durchfahrt des Girotross bekamen wir auf der Rückfahrt, zusammen mit Tausenden Radfans, einen ersten Eindruck, was uns am Rennen am Sonntag erwarten würde.

12'000 Starter an der 'Nove Colli'

Nach der lockeren Ausfahrt am Samstag, galt es am Sonntag ernst. Pastaplausch um 04:30 in der Früh. Danach auf zum Start zur 40. Austragung des Volksrennens 'Nove Colli'. Um 06:00 erfolgte der Start des Rennens über die Neun Hügel. 210km und 3850Hm waren zu bewältigen. Für die Meisten von uns war es die erste Teilnahme an diesem Marathonevent. Deshalb mussten wir aus dem hintersten Block starten und rollten effektiv erst fast eine Stunde später über den Startstrich. Danach ging es aber Vollgas los. Zu Fünft flogen wir mit 45km/h 30km lang bis zum Fuss des ersten Anstiegs. Dort galt es im Zickzack die Tausenden von Fahrern im Stau hinauf zur Polenta zu überholen. In teilweise grenzwärtigen Überholmanövern kämpften wir uns auf den ersten 70km durch das Rennen. Ab dem dritten von neun Anstiegen normalisierte sich die Lage langsam. Danach beschränkte sich der Kampf nur noch auf die Strasse und sich selber. Während des Rennens splitteten wir uns innerhalb des Teams in mehrere kleine Grüppchen. Diese funktionieren ausgezeichnet. Es war ein perfekter Tag. Super Wetter, wunderschöne Landschaft und ein toporganisierter Event! Auf der Strecke konnte man sich an neun Verpflegungsstationen bestens verpflegen. Das Angebot reichte von Wasser und isotonischen Getränken über Früchte, Panettone, Pizzastücken bis zu warmer Pasta. Natürlich beschränkten wir uns auf eine minimale Anzalhl kurzer Verpflegungsstops. Nach 6h32min (Schnitt 31.4km/h) überquerten die Schnellsten des 'STCT' die Ziellinie in Cesenatico. Sascha, Yves und Stefan gelang es in optimaler Zusammenarbeit die Strecke in einer sehr ansehnlichen Zeit zu bewältigen und klassierten sich auf den Plätzen 94, 95 und 96. Die Zeit des Siegers betrug 5h53min. Auch Josi und Alain gelang eine Zeit unter 7h. Mike, Dominik und Bojan fuhren eine Zeit knapp über 7h. Alle sieben Fahrer des 'STCT' klassierten sich unter den ersten 300 von immerhin 12'000 Teilnehmern...Super Teamleistung!

Nächste Rennen

Bereits am letzten Sonntag befanden wir uns wieder im Renneinsatz. Der regionale Time Race Cup sowie das Nationale Rennen von Märwil standen auf dem Kalender. Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen des GP Gippingen. Wir nehmen am Volks- sowie Lizenzrennen teil und hoffen auf viele aufregende und erfolgreiche Erlebnisse.

Euer STEINER CYCLING TEAM

Sponsoren des Steiner Cycling Teams 2010